Puszta Tierpark
Die traditionellen ungarischen Haustierrassen, wie z.B. Noniuspferde und Huzulponies, Esel, Ungarische Graurinder, Wasserbüffel, Zackelschafe, Wollschweine, Ziegen und ungarische Hühner- und Taubenrassen, werden in großzügigen Schaugehegen und für Hortobágy typischen Stallgebäuden präsentiert. Im Streichelgehege können Groß und Klein mit den besonderen und wertvollen Tieren auf Tuchfühlung gehen. Vom Aussichtsturm aus bietet sich den Besuchern ein wunderschöner Blick über die endlose Weite der Puszta.

Einheimische Tiere im Tierpark:
Das Cigaja-Schaf
Das Zuchtgebiet des in erster Linie auf der Balkanhalbinsel verbreiteten Cigaja-Schafes erstreckt sich auf die südlichen Territorien Siebenbürgens, das Banat und die Komitate Bars und Gömör des einstigen Oberungarns.
Das Cigaja-Schaf hat einen mittelgroßen Körperbau und einen schwarzen Kopf, sowie schwarze Fußenden. Seine Eigenheit ist die graue Schattierung der Wolle, die durch die Vermischung der weißen Haare mit den schwarzen bewirkt wird. Die Widder tragen ursprünglich normale, spiralförmig gewundene Hörner, die Muttertiere sind ungehörnt, bzw. haben sichelförmige oder ziegenhornartige Hörner. Neulich wird die Züchtung hornloser Tiere bevorzugt, um die Gefahr von Verletzungen bedeutend zu verringern.
Das Cigaja-Schaf unterscheidet sich von den herkömmlichen Rassen durch ein schnelles Wachstum und eine gute Milchproduktion, gleichzeitig ist es aber -ähnlich wie die anderen Rassen- sehr abgehärtet und anspruchslos. Die Aufrechterhaltung der Cigaja-Schafrasse ist vor allem durch ihre agrargeschichtliche Rolle begründet. Auch angesichts ihrer Produktionsfähigkeit hat sie in der Warenerzeugung (Lammfleisch und Milch) eine Existenzberechtigung.
Cigaja-Schafe werden in bedeutendem Maße in Jákotpuszta, Cegléd, bzw. im Nationalpark Kleinkumanien (Kiskunság), sowie in Kunszentmiklós gezüchtet.
Siebenbürgen Zackelschaf
Das in den Karpaten gehaltene Bergschaf kommt in vielen Varianten vor, wie z.B. das “Walaska” Schaf im ehemaligen Oberungarn (“Felvidék”; heute Slowakei), oder das “Curkana-Schaf” in Rumänien.
Diese Rasse zeichnet sich durch besonders lange, gemischte, wollige Haare, deren Länge oft auch die 30-40 cm erreicht, sowie durch mehr oder weniger dunkle Flecken im Gesicht. Im Gegensatz zur Hortobágyer Zackelschaf-Rasse lassen die Widder normale Schneckenhörner wachsen. Die Muttertiere sind teilweise ungehörnt oder tragen kleine, krumme Hörner.
Die Weiden im alpinen Gebiet sind meist besserer Qualität, als die in der Tiefebene, deshalb ist das Zackelschaf aus Gyimes von kräftigerem Körperbau (das Gewicht der Widder beträgt 80-90 kg, das der Muttertiere 50-60 kg) und es produziert auch mehr Milch.
Die Zackelschafe aus Gyimes, die damals auf der Tiefebene überwinterten, beeinflussten die hiesigen Bestände, sodass gemischte Rassen -wie z.B. die “ungarisch-moldauischen” oder die “Szamosháter” Rassen- entstanden.
Heute werden Zackelschafe in Siebenbürgen in einer bedeutenden Zahl gehalten, in Ungarn werden sie als kulturhistorisches Erbe und Genreserven erhalten. Unsere Gesellschaft Hortobágyer Nonprofit GmbH beschäftigt sich mit der Reinzucht dieser Rasse.
Lockengans
Wie jede unserer Hausgänserassen, ist auch diese ein Nachkomme der wild lebenden Graugans (Anser anser.
Diese ist die interessanteste Vertreterin der ungarischen Gänsearten. Ihre Besonderheit besteht darin, dass ihr Rücken von verlängerten, gekräuselten “Zierfedern” bedeckt ist. Das Gefieder ist weiß oder schwarz-weiß gefärbt. Außer in Ungarn ist sie auch in mehreren Orten des Donautals bekannt. Das gekräuselte, spiralig gedrehte Gefieder ist das Ergebnis einer Mutation und die Rasse blieb vermutlich durch die permanente Weiterzucht dank ihrer Schönheit erhalten. Als unveränderte Landrasse legt die Lockengans weniger Eier, sie entwickelt sich auch langsamer, wobei aber ihre Leber angeblich eine beachtliche Größe erreichen kann.
Die Rettung und Züchtung der Lockengänse übernahm der Lehrstuhl für Tierhaltung an der Agrarwissenschaftlichen Universität Debrecen, ebendort befindet sich auch der größte Lockengans-Bestand des Landes.
Perlhuhn
Die heutigen domestizierten Rassen der Perlhühner stammen vom afrikanischen Wildperlhuhn (Numida meleagris) ab.
Im Zuge der Domestikation veränderte sich das Perlhuhn wenig, sein heutiges Aussehen ähnelt sich in großem Maße dem des wilden Vorfahren. Sein Gefieder ist blaugrau gefärbt und dicht gepunktet, aber es kommt auch in hellgrauer, weißer und brauner Variante vor. Nach Ungarn gelang das Perlhuhn im römischen Zeitalter und ist vor allem in Bauernhöfen und Farmen beliebt. Anhand seiner scheuen, aber wachsamen Natur und der Fähigkeit, schnell Nahrung zu finden, ist es für die extensiven Haltungsbedingungen geeignet.
Seine Nahrung besteht größtenteils aus verschiedenartigen Insekten. Unter solchen Umständen gehalten, hat das Perlhuhn ein Fleisch von ausgezeichneter Qualität, aus dem man in erster Linie Suppen zubereitet.
In Ungarn wurde die großbetriebliche Zucht der Perlhühner Anfang der 90-er Jahre eingestellt. Heute werden größere Bestände nur zum Zweck der Generhaltung und von der Gesellschaft Hortobágyi Nonprofit GmbH aufrechterhalten.
Hausbüffel
Der Hausbüffel stammt von dem heute noch wild lebenden Büffel (Bubalis arnee) in Südasien ab.
Die Awaren brachten ihn nach Ungarn und seitdem ist er in unserer Fauna präsent. Im Karpatenbecken, vor allem aber in Siebenbürgen und in Süd-Transdanubien war er verbreitet. Der Büffel wurde einst hauptsächlich von Privatwirtschaften, Kleinzüchtern gehalten. In erster Linie diente er als Zugtier, aber auch seine Milch (aus der der originelle Mozarella-Käse produziert wird), das Kalbsfleisch und die Haut des ausgewachsenen Tieres werden zunutze gemacht. Der Büffel ist anspruchsloser als das Hausrind, man kann ihn hervorragend auf Sumpfweiden grasen lassen.
Da diese eine aus dem Süden stammende Rasse ist, können die Tiere bei uns nur in Ställen überwintern. Nachdem die Nutzung der Tiere als Zugkraft in den Hintergrund gedrängt wurde, verringerte sich die Zahl der Hausbüffel im heutigen Ungarn drastisch. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Mezohegyes eine Stammzucht, später wurden Büffel-Herden vom Staatsgut Nagykanizsa und vom Hortobágyer Nationalpark gegründet.
Heute bewahren wir diese Tiere als Genreserven und behandeln wir sie als Kulturgüter. Derzeit wird der Büffel in Ungarn nicht planmäßig gezüchtet, die jetzigen Tierbestände sind im Eigentum der Naturschutz-Direktorien und der Nationalparke.
Der Hausesel
Der Hausesel ist die domestizierte Variante des afrikanischen Wildesels (Equus asius), der im Karpatenbecken seit 2500 Jahren bekannt ist. In unser Land kam er vermutlich aus Richtung Balkan.
Während in den mediterranen Ländern sehr arbeitsfähige, gut gebaute Esel gezüchtet werden, galt er bei uns schon immer als ein weit weniger geschätztes Haustier. So wurde seiner Züchtung keine Beachtung geschenkt. Er diente meistens als Lasttier für die Schafhirten, half in Bauernhöfen aus.
Es ist interessant, dass sein Fleisch früher bei besonderen Anlässen verzehrt wurde und sein Fett hoch geschätzt war: es wurde als Medizin eingesetzt. In Verpelét gab es keinen Kirchtag ohne Eselfleisch. In den 70-er Jahren brachte man aus dem Ausland öfters Hengste der Rassen “Martina Franca” und “Poitou” mit, um die heimischen Bestände zu veredeln, vor allem aber um Maulesel zu kreuzen; mit wenig Erfolg.
Die planlosen Verpaarungen führten leicht zur Inzucht, infolge deren die Verbreitung gewisser rezessiver Eigenschaften, wie z.B. die der Albinos begünstigt wurde. Solche Albino-Exemplare kommen heute in den ungarischen Eselbeständen oft vor, deren Zahl übrigens im Land einige Tausend beträgt.
Hortobagyer Zackelschaf
Eine besondere Rasse, die nirgendwo auf der Welt in dieser Form gezüchtet wird. Vor allem in der Umgebung von Debrecen, in Hortobágy und in Kleinkumanien (Kiskunság) sind die ungarischen Schafe verbreitet. Es ist zwar schwer vorzustellen, aber auch das Zackelschaf, wie jede domestizierte Schafrasse, stammt vom Muflon (Ovis ammon) ab.
Immer schon als Teil des ungarischen Bewusstseins werden heute noch von vielen Privatlandwirten -neben anderen Rassen- auch ein paar Exemplare der Zackelschafe gehalten. Ihre Wolle war früher ein unentbehrlicher Rohstoff für die charakteristische Bekleidung der Hirten (Arbeitsmäntel, Festtagsmäntel). Natürlich wurden auch die Milch und das Fleisch aufgearbeitet und jeder Zeit gerne verzehrt. Es handelt sich um eine sehr wetterbeständige und den harten Haltungsbedingungen trotzende Rasse. Das Zackelschaf ist von lebhaftem Temperament und hat einen stolzen Gang. Besondere Merkmale sind die schwarzen oder weißen, gedrehten Hörner, die sowohl von den Widdern als auch den Muttertieren getragen werden.
Die ausgewachsenen Tiere wiegen 70-75 kg (Widder) und 40-45 (Muttertiere); das Gewicht der Wolle beträgt nach der Schur: 2-3 kg. Die Muttertiere produzieren in einer Saison im Durchschnitt 60-100 l Milch.
Die Bewahrung der reinrassigen Zackelschafe wurde von der Hortobágyer Gesellschaft Nonproft GmbH, den heimischen Direktorien der Nationalparke (Nemzeti Park Igazgatóságok) sowie dem Zuchtverein Ungarischer Zackelschafe (Magyar Rackajuh Tenyészto Egyesület) zum Ziel gesetzt.
Ungarische Taubenrassen
Es existieren mehr als 60, in Ungarn hochgezüchtete Taubenrassen, ein Beweis dafür, dass die Ungarn Tierliebe und Zuchtkompetenz besitzen. Die Tauben sind außerordentlich begehrt in vielen Dörfern und auch in städtischen Gärten; sie kommen unzählige Male in unserer Glaubenswelt, in den Märchen und den Dichtungen vor. Wir stellen hier sieben typisch ungarische Taubenrassen vor.
Ungarische Landziege
Die Hausziegen stammen von den wild lebenden Bezoarziegen (Capra aegagrus) ab.
Schon in der Kupferzeit lebten in Ungarn Hausziegen. Unsere heutigen, die sog. “Landziegen” unterscheiden sich aufgrund ihres Äußeren von ihren wild lebenden Ahnen erheblich und sind die charakteristischen Vertreter der sog. “Priska” Ziegen. Unser Ziegenbestand, der meist in der Kleinwirtschaft und ohne besonderen Zuchtzweck gehalten wird, verweist in seiner Erscheinung auf eine Verwandtschaft mit den Balkanziegen.
Im Allgemeinen ist die ungarische Landziege einfarbig; weiß, rot oder schwarz. Der ganze Körper ist mit gleichmäßig langen Haaren bedeckt, nur um den Hals herum sind sie kürzer. Hierzulande nannte man die Ziegen “Kühe der Armen”, weil ihre Haltung mit wenig Kosten, aber mit viel Nutzen verbunden ist. Sie dienen mit Milch, Fleisch und Haut gleichermaßen.
Die ungarischen Landziegen sind kleiner und weniger produktiv, als die heutigen, intensiven Rassen; dafür sind sie sehr anspruchslos und widerstandsfähig. Die moderneren, westlichen Rassen, die ab den 60-er Jahren gezüchtet wurden, verdrängten den heimischen Bestand an Hausziegen fast vollständig. Die Restbestände dieser Ziegenrasse werden von unserer Gesellschaft “Hortobágyer KHT” planmäßig weitergezüchtet.
Truthahn
Unsere Haustruthähne stammen von den in Nord-Amerika beheimateten Wildtruthähnen (Meleagris gallopavo) ab.
Der Truthahn bewahrte mehr oder weniger seine Urform, aber während der Domestikation gewann er in bedeutendem Maße an Größe. So kann ein Truthahn der intensiven Rasse das Gewicht von mehr als 20 kg erreichen. Die Landrassen, die mit den wilden Ahnen näher verwandt sind, wie unsere bronze- und kupferfarbigen Truthähne, werden aber wesentlich kleiner. Durch ihr lebhaftes Temperament und ihre Fähigkeit, schnell Nahrung zu finden, weicht sie von den weißen, unter heutigen, intensiven Bedingungen gehaltenen, ung. 25-30 Eier. Die jungen Tiere sind anfangs sehr empfindlich, aber später können sie -wie der Volksmund besagt- nicht einmal vom “Donner erschlagen” werden. Heute findet man in unserem Land noch einige Exemplare der reinrassigen bronzefarbigen Truthähne.
Zum Zweck der Generhaltung werden aber reinblütige Bestände nur vom Forschungsinstitut der Kleintierzucht Gödöllo, von der Agrarwissenschaftlichen Universität Debrecen, sowie unserer Gesellschaft Hortobágyi Nonprofit GmbH gehalten.
Das Ungarische Graurind
Dieses ist außer Zweifel das imposanteste Haustier Ungarns, dessen Ursprungsform der schon ausgestorbene Auerochse (Bos primigenius) ist.
Die Herkunft des Graurindes bleibt im Dunkeln der Vergangenheit verborgen. Tatsache ist aber, dass es vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in der ungarischen Agrargeschichte eine entscheidende Rolle spielte. Im Mittelalter wurde es vor allem als Schlachtrind genutzt, das ins Ausland getrieben und verkauft wurde. Später setzte man das Graurind -durch den Einfluss der produktiveren westlichen Rassen- immer öfter als ausgezeichnetes Zugtier ein. Im Mittelalter wurden jährlich mehr als 100 000 Exemplare ins Ausland getrieben; sogar historisch bedeutende Familien, wie die Zrinyis, Thökölis und Nádasdys beschäftigten sich mit Rinderhandel.
Das ungarische Graurind wird gewöhnlich in Herden gehalten, die meist aus jeweils 150-200 Tieren bestehen. Die Stiere verweilen in separaten Herden und werden nur für die Paarungszeit in die Kuhherde gelassen. Das Graurind kann mehrere Jahre hindurch produktiv bleiben, keine Seltenheit sind 15- jährige, oder sogar ältere Kühe. Diese Rasse ist dafür geeignet, das ganze Jahr im Freien zu verbringen, nur zur Zeit des Kalbens kommen die Tiere in einen verhältnismäßig geschützten Ort.
Sogar unter solchen Bedingungen, ohne Kraftfutter und ertragsteigernde Mittel sind Graurinder imstande, hochwertiges Fleisch zu produzieren. Heute bewahren wir sie als Genreserven und kulturhistorisches Erbe und setzen sie für die Behandlung der Nationalparke ein.
Die Zucht der Graurinder wird vom Zuchtverein der Ungarischen Graurinder geleitet.
Ungarischen Hühnerrassen
Der Ahne aller Haushuhnrassen ist das Bankivahuhn (Gallus bankiva).
Die heutigen intensiven Rassen sind viel größer und produktiver, als ihre wild lebenden Vorfahren. Die sog. ungarischen Landhuhnrassen mit einem Durchschnittsgewicht von 1,5 kg galten als Tiere, die am meisten mit den ursprünglichen Wildhühnern verwandt waren. Auf dem Gebiet Ungarns kannte man das Haushuhn schon im römischen Zeitalter. Es vermischte sich hier viele Jahrhunderte hindurch mit den verschiedenen westlichen Hühnerarten und später wurde es auch zielbewusst gezüchtet. Folglich nahm es an Körpergröße deutlich zu, die Produktivität verbesserte sich ebenfalls wesentlich.
Bis hin zu den letzten Jahrzehnten besiedelten die Haushühner in verschiedenen Farbvarianten die ungarischen Geflügelhöfe maßgeblich. Man unterscheidet zwischen gelben, weißen, getüpfelten und rebhuhnfarbigen Hühnern. Eine Eigenheit der ungarischen Hühnerrasse ist, dass sie auch in der Variante der Nackthalshühner vorkommt.
Das durchschnittliche Gewicht des heutigen ungarischen Huhnes beträgt 2 kg, die Hähne sind 3-4 kg schwer. Die Eierproduktion bewegt sich zwischen 80 und 90 Stück pro Huhn. Obwohl reinrassige Exemplare mancherorts heute noch vorkommen, werden diese zum Zweck der Generhaltung in Gödöllo, in Mosonmagyaróvár, in Hódmezovásárhely und in Hortobágy bewusst gezüchtet.
Das Mangalitza-Schwein
Die Geschichte des Wollschweins beginnt vermutlich am Anfang bzw. in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als unsere heimischen Fettschweine mit den aus Serbien stammenden “Sumadia-Schweinen” gekreuzt wurden. So entstand nach einigen Jahrzehnten die Rasse Mangalitza (mangalica), die in mehreren Farbvarianten gezüchtet wurde.
Es gab schwarze, schwalbenbäuchige, blonde, wolfsgraue und wildfarbige Wollschweine. Am meisten verbreitet war die blonde Variante, die nicht nur in Privatwirtschaften, sondern auch in Gutshöfen gehalten wurde und später auch den Anforderungen der industriellen Züchtung standhalten konnte.
Wollschweine sind gut geeignet zur extensiven Herdenhaltung. Das Mangalitza ist nicht von großem Körperbau, aber gemästet kann es die 200 kg-Marke leicht erreichen. In diesem Fall sind 75 % des Mastgewichts Fettprodukte (Speck, Flaumfett, Darmfett). Deshalb wird das Wollschwein mit Recht als das beste Fettschwein der Welt bezeichnet.
Zwischen den zwei Weltkriegen bildeten vor allem Mangalitza-Schweine den Schweinebestand des Landes, nach den veränderten Verbraucherbedürfnissen sind sie aber in den 70-er Jahren beinahe ausgestorben. Heute bevorzugen wir die Züchtung blonder, shcwalbenbäuchiger und roter Wollschweine. Während aber die blonde Mangalitza-Rasse von mehr als 1000, im Stammbuch registrierten Mutterschweinen vertreten wird, gehören die schwalbenbäuchigen und roten Exemplare noch immer zu den gefährdeten Haustierrassen.
Das Nonius-Pferd
Wie jede Hauspferdeart, ist auch das Nonius-Pferd ein Abkömmling des eurasischen Wildpferdes (Eguus Przewalski).
Zur Zeit der napoleonischen Kriege erhielt die österreichische Armee 1815 aus dem Gestüt von Rosieres das Hengstfohlen namens Nonius als Kriegsbeute, das später in Ungarn der Gründer der Rasse wurde. Es kam ins Gestüt in Mezohegyes, wo 79 Hengst- und 122 Stutenfohlen nach ihm geboren wurden. Besonders die Nachfahren der Lipizzaner und Kladruber Stuten wurden homogen, sodass diese sich in Mezohegyes zu einer eigenen Rasse entwickelten.
In erster Linie züchtete man das Nonius-Pferd für militärische Zwecke, als Artillerie-Pferd. Es hat einen kräftigen Körperbau, ist sehr leistungsfähig und hat im Verhältnis zu seiner Größe ein lebhaftes Temperament. In Vierer- und Sechser-Gespannen zogen die Pferde die Kanone, sodass drei Artilleristen in den Satteln saßen.
Später verbreitete sich diese Rasse auf der Großen Tiefebene und wurde als ausgezeichnetes Zugpferd eingesetzt. Man unterscheidet zwischen zwei Typen: einem “kleinen” und einem “großen” Nonius. Der “große Nonius” ist in Mezohegyes beheimatet, er wird auch “Gestütsbesitz Nonius” (ménesbirtok nóniusz) genannt und kommt meist in schwarzer Farbe vor. Ein bekanntes Zuchtgebiet der Rasse war die Pussta Hortobágy im Besitz der Stadt Debrecen, wo der sog. “kleine Steppen-Nonius” (kis sziki nóniusz) bevorzugt wurde. Die Landwirte von Debrecen hatten die fleckenlosen, rotbraunen oder kirschbraunen Pferde sehr gerne.
In unserer Zeit verlor der Nonius an wirtschaftlicher Bedeutung erheblich, so gibt es im Land kaum mehr als 500, im Stammbuch registrierte Nonius-Stuten.
Das größte Gestüt befindet sich heute in Hortobágy, wo 60 Stammstuten für die Aufrechterhaltung der Rasse sorgen.
