Ökoregion Hortobágy

Seit der Gründung des ersten Nationalparks Ungarns vor mehr als dreißig Jahren genießt der Naturschutz auf der Großen Ungarischen Tiefebene oberste Priorität. Die unvorteilhaften Anbaubedingungen auf den geschützten Gebieten des Hortobágyer Nationalparks und in dessen Schutzzonen, aber auch die Anwendung der Naturschutzregeln waren dafür ausschlaggebend, dass hier nachhaltige, mit dem Naturschutz harmonisierende Landwirtschaftsmethoden eingeführt wurden.

Die Hortobágyer Gemeinnützige Gesellschaft für Naturschutz und Generhaltung stellte sich seit ihrer Gründung allmählich auf ökologische Landwirtschaft um. Heute bewirtschaftet sie eine Fläche von 17000 Hektar und verfügt über 3000 Tiere. Somit ist sie Ungarns größte Vertreterin der ökologischen Landwirtschaft. Im Jahre 2000 wurde der Verband Ungarischer Öko-Landwirte (Magyar Ökogazdálkodók Szövetsége) mit dem Sitz Hortobágy gegründet. Die 25 größten Bio-Bauern bewirtschaften mehr als 50% der ökologisch bestellten landwirtschaftlichen Flächen Ungarns. Ebenfalls in Hortobágy befindet sich der Sitz des Verbandes der Ost-Ungarischen Bio-Kultur (Kelet-Magyarországi Biokultúra Egyesület), dessen 320 Mitglieder auf dem Interessengebiet des Nationalparks Hortobágy 40000 Hektar Land ökologisch bewirtschaften. Vor drei Jahren wurde das gesamte Areal der Hortobágyer Fischwirtschaft -Fischteiche auf einer Fläche von 5500 Hektar- auf Öko-Landwirtschaft umgestellt. Hier begann man mit dem Vertrieb von Fischen mit Öko-Siegeln.

Insgesamt mehr als ein Drittel aller Gebiete Ungarns, auf denen Ökolandbau betrieben wird, befindet sich in dieser Region: Hortobágy und seine Umgebung gilt somit als Vorreiter in der Ökologischen Landwirtschaft in Ungarn.

Die Direktion des Nationalparks Hortobágy misst in der Erfüllung ihrer Aufgaben im Bereich des Naturschutzes -ihrer neuen Philosophie entsprechend- der umweltfreundlichen Landwirtschaft große Bedeutung bei und unterstützt die Verbreitung dieser Methode. Die Produkte der Ökologischen Landwirtschaft gelten als solche von besonderer Qualität mit Bio-Zertifikaten. Die örtlichen Gastronomie-Spezialitäten werden von der Direktion als Produkte des Nationalparks und die Region als ÖKOREGION angesehen.

Bio-Produkte der Ökoregion Hortobágy, die mit der Empfehlung des Nationalparks auf den Markt gelangten, erreichten mehrmals große Erfolge auf Ausstellungen und Fachmessen. Aus diesem Grund haben sich die erfolgreichsten Vertreter der Ökologischen Landwirtschaft und die Direktion des Nationalparks entschlossen, im Interesse der gemeinsamen Präsenz am internationalen Markt zusammen zu arbeiten.

BioFach, die Weltausstellung der Bioprodukte, wird seit 1991 jährlich durch den Dachverband der Bio-Produkte IFOAM (Internationale Vereinigung der Ökologischen Landbaubewegungen) in Deutschland veranstaltet, wobei die Gastgeber in den ersten Jahren Mannheim, Wiesbaden und Frankfurt waren. Seit 1999 findet die Ausstellung im Messezentrum Nürnberg statt. Voriges Jahr nahmen hier 110 Nationen und 2245 Aussteller teil, es wurden 33000 Fachbesucher registriert.

In der vom 15. bis 18. Februar 2007 stattfindenden Weltausstellung BioFach wird Hortobágy und seine Region durch den Stand “ÖKOREGION HORTOBÁGY” vertreten, wo die charakteristischsten Bio-(Lebensmittel)Produkte des Nationalparks (Fleischprodukte vom Graurind, Mangalitza-Schwein, Büffel, Zackel-Schaf , Fisch, sowie Milch- und Mehlprodukte, Schnaps, Honig, Wein, Heilkräuter usw.), zusammen mit den Traditionen und den touristischen Angeboten der Region (Tracht, Musik, Tanz usw.) vorgestellt werden (Halle 5, Stand 302).

Nürnbergs Beziehungen zu Hortobágy -sind vor vielen Jahrhunderten entstanden, was dem ungarischen Graurind zu verdanken ist. Es ist keine übertriebene Behauptung zu sagen, dass das hervorragende Ergebnis der Tierzüchtung im Mittelalter europäisches Niveau erreicht hat: es wurde ein typisches, der Region angepasstes Nutztier mit ausgezeichneten Eigenschaften gezüchtet, das die europäischen Märkte -hinsichtlich der Fleischproduktion und Zugkraft -eroberte und jahrhundertelang dominierte. Die von der Pussta der Großen Tiefebene Ungarns nach West-Europa getriebenen Graurinder zählten tatsächlich zu den Weltmarken. Diese Rasse war imstande, mehrere Hundert Kilometer lange Fußmärsche zu den Schlachthöfen in sehr gutem Zustand zurückzulegen. Breite Treibwege führten in alle Richtungen, der wichtigste Markt war Wien. Die Graurinder gelangten aber auch nach Nürnberg, Strassburg und Venedig. Der letzte Rindviehmarkt fand 1713 statt. Laut den Geschichtsforschern dieser Rasse, retteten nach einem katastrophalen Brand Ende des 17. Jahrhunderts Graurinder, die von der Pussta nach Nürnberg getrieben wurden, die Bevölkerung vor dem Verhungern. An dieses historische Ereignis erinnert heute noch in der Altstadt Nürnbergs die Fleischbrücke mit der Graurind-Statue.

Die Graurindfleischprodukte werden am Stand der Ökoregion Hortobágy eine besonders wichtige Rolle einnehmen.