Der Hausesel
Der Hausesel ist die domestizierte Variante des afrikanischen Wildesels (Equus asius), der im Karpatenbecken seit 2500 Jahren bekannt ist. In unser Land kam er vermutlich aus Richtung Balkan.
Während in den mediterranen Ländern sehr arbeitsfähige, gut gebaute Esel gezüchtet werden, galt er bei uns schon immer als ein weit weniger geschätztes Haustier. So wurde seiner Züchtung keine Beachtung geschenkt. Er diente meistens als Lasttier für die Schafhirten, half in Bauernhöfen aus.
Es ist interessant, dass sein Fleisch früher bei besonderen Anlässen verzehrt wurde und sein Fett hoch geschätzt war: es wurde als Medizin eingesetzt. In Verpelét gab es keinen Kirchtag ohne Eselfleisch. In den 70-er Jahren brachte man aus dem Ausland öfters Hengste der Rassen “Martina Franca” und “Poitou” mit, um die heimischen Bestände zu veredeln, vor allem aber um Maulesel zu kreuzen; mit wenig Erfolg.
Die planlosen Verpaarungen führten leicht zur Inzucht, infolge deren die Verbreitung gewisser rezessiver Eigenschaften, wie z.B. die der Albinos begünstigt wurde. Solche Albino-Exemplare kommen heute in den ungarischen Eselbeständen oft vor, deren Zahl übrigens im Land einige Tausend beträgt.
