Das Ungarische Graurind

Dieses ist außer Zweifel das imposanteste Haustier Ungarns, dessen Ursprungsform der schon ausgestorbene Auerochse (Bos primigenius) ist.

Die Herkunft des Graurindes bleibt im Dunkeln der Vergangenheit verborgen. Tatsache ist aber, dass es vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in der ungarischen Agrargeschichte eine entscheidende Rolle spielte. Im Mittelalter wurde es vor allem als Schlachtrind genutzt, das ins Ausland getrieben und verkauft wurde. Später setzte man das Graurind -durch den Einfluss der produktiveren westlichen Rassen- immer öfter als ausgezeichnetes Zugtier ein. Im Mittelalter wurden jährlich mehr als 100 000 Exemplare ins Ausland getrieben; sogar historisch bedeutende Familien, wie die Zrinyis, Thökölis und Nádasdys beschäftigten sich mit Rinderhandel.

Das ungarische Graurind wird gewöhnlich in Herden gehalten, die meist aus jeweils 150-200 Tieren bestehen. Die Stiere verweilen in separaten Herden und werden nur für die Paarungszeit in die Kuhherde gelassen. Das Graurind kann mehrere Jahre hindurch produktiv bleiben, keine Seltenheit sind 15- jährige, oder sogar ältere Kühe. Diese Rasse ist dafür geeignet, das ganze Jahr im Freien zu verbringen, nur zur Zeit des Kalbens kommen die Tiere in einen verhältnismäßig geschützten Ort.
Sogar unter solchen Bedingungen, ohne Kraftfutter und ertragsteigernde Mittel sind Graurinder imstande, hochwertiges Fleisch zu produzieren. Heute bewahren wir sie als Genreserven und kulturhistorisches Erbe und setzen sie für die Behandlung der Nationalparke ein.

Die Zucht der Graurinder wird vom Zuchtverein der Ungarischen Graurinder geleitet.